Heiß wars bei den Schwaben, aber es hat sich gelohnt: Vier Titel konnte der PSV FFB bei dieser Bayerischen Meisterschaft erringen. Neben Seriensiegerin Dörte können sich jetzt auch Joana und Fritz „Meisterin“ bzw. „Meister“ nennen. Seit 2001 haben die Brucker THSler jedes Jahr mindestens einen Titel geholt.

Am Samstag stand wie immer erst der 2000 Meter Lauf auf dem Programm. Die Startzeit war wegen der Hitze eine halbe Stunde auf 7:30 Uhr vorverlegt worden. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn im schattigen Wald einige Kilometer westlich des Hundeplatzes blieb es während des Laufs angenehm kühl – es soll sogar Beschwerden gegeben haben, dass es zu kalt sei.

Ohne große Probleme lief es bei Dörte und Tatie. Bis auf einen kurzen Schreckmoment als in der kurzen „Gegenverkehrpassage“ ein großer Schäferhund die Bahn wechselte und direkt auf Tati zu lief. Das kostete einige Sekunden und verhinderte so eine Zeit unter 7 Minuten. Mit 7,03 min war der Titel aber nie in Gefahr.

Aufregender war da schon der Start von Richy mit Maja.Am Montag hatte er sich im CSC-Training verletzt. Dick einbandagiert (Geheimtipp: Frischhaltefolie) war er nicht sicher, ob er den Wettkampf durchstehen würde. Dann noch Startnummer und Laufleine vergessen, perfekt vorbereitet sieht anders aus. Das dann mit 5,48 min trotzdem die zweitbeste Zeit des Tages heraussprang, verwunderte nicht nur Richy. Schneller war nur sein direkter Konkurrent Mathias Schleifer in 5,28 min.

Zurück zum Hundeplatz waren die Temperaturen schon ordentlich in die Höhe gegangen. Die Gehorsamsleistungen der VK 2 Starter litten wohl auch etwas darunter. Nachdem Mira krankheitsbedingt ausgefallen war (Lola war bestimmt nicht traurig deswegen), galt alle Aufmerksamkeit der 15jährigen Joana mit ihrem Rico. Die Temperaturen waren nicht schuld, dass Rico Sitz und Steh verwechselte, sondern seine mangelnde Aufmerksamkeit. LR Husak gab dafür 45 Punkte.In den folgenden fehlerfreien Läufen war Joana die zweitschnellste aller VK2-Starter. Damit erreichte sie ein sehr gutes Ergebnis mit 261 Punkten und den Bayerischen Meistertitel.

In dem Alter fliegt man noch über die Hürden - Joana mit Rico

Pünktlich um 14:30 Uhr begannen die CSC-Qualifikationsläufe. Die beiden Brucker Teams konnten sich hier überraschend sicher mit Platz 5 und 7 für das Finale am Sonntag qualifizieren. Sie beteiligten sich nicht an der Fehlerorgie der meisten Teams. Die Ladies (Uli/Lotte/-Joana/Rico-Steffi/Bella) fingen sich sogar nur 2 Strafsekunden ein, die Masters (Michi/Ronja-Fritz/Kate-Richy/Lotte) waren mit 8 Strafsekunden noch bei den besseren Teams. Der Tagesrekord lag bei 48 Strafsekunden, nur die HF Weißenburg blieben fehlerfrei.

unser fliegender "Ausländer" - Richy mit Lotte

Eine kurzgehaltene Siegerehrung schloss den ersten Tag gelungen ab.

Die erfolgreichen Starter am Samstag

Am Sonntag beim 5000 Meter Lauf war es dann schon ein paar Grad wärmer als am Vortag. Diesmal hatte Richy alle Utensilien dabei und lief trotz seiner Verletzung mit 17,15 min die zweitbeste Zeit des Tages. Halbwegs zufrieden war auch Dörte, wenn auch Tatie in den wichtigen Bergaufpassagen wenig Zughilfe anbot. Mit 19,32 min war der zweite Titel aber locker gesichert. Schnellster in 15,31 min wieder Mathias Schleifer mit Frodo.

Wie gewünscht, Foto vor dem Start - Dörte mit Tatie

Im VK 3 ging Uli mit Ronja in der am stärksten besetzen AK 35 an den Start. Leider misslang die Sitz-Übung („das hat sie ja noch nie gemacht!“), aber mit 50 Punkten blieb sie noch gut im Rennen. Die Läufe waren dann alle fehlerfrei – im Hindernislauf verlor sie eine halbe Sekunde im zweiten Durchgang, weil Ronja einen Frühstart hinlegte. 262 Punkte bedeuteten den etwas undankbaren vierten Platz, aber die Qualifikation für die DM ist gesichert.

Uli und Ronja - Hürdenlauf fürs Lehrbuch

Fritz mit Kate nahm seine vierte BM-Teilnahme im Vierkampf in Angriff. 2016 hatte er verletzungsbedingt wenige Tage vor der Meisterschaft absagen müssen, 2017 war Mario Gawron zu stark, 2018 wurde er wegen einer wieder aufgebrochenen Verletzung nach sicherem Vorsprung noch von Mario und Klaus Jäger abgefangen. Auch dieses Mal war die Vorbereitung alles anderen als problemlos verlaufen. Jetzt machte Kate Sorgen: erst eine OP an der Wolfskralle, dann 2 Wochen vor der Meisterschaft eine Kralle gezogen, das Pech scheinen die beiden anzuziehen. In der Unterordnung ordentliche 50 Punkte, da blieb alles offen, wenn auch Klaus Jäger etwas an Boden verlor. In den Läufen dann Fritz und Kate fehlerfrei (kein Vorprellen!“) und sauschnell, da konnte auch der flinke Charly Menig nicht ganz mithalten. Mit 270 Punkten Bayerischer Meister 2019 VK 3 AK 50 m: Fritz mit Kate!

Vorbildliche Schräglage - Fritz mit Kate

Die besten Vierkampfleistungen zeigten an diesem Tag Pia Schmalzbauer mit Mika (Sporthunde Franken), Christiane Viehmann mit Ben (GSV Schwabmünchen) und Roberto Schulze mt Snoop (BPSV Hof), die alle 276 Punkte erreichten.

Im CSC-Finale der besten 16 Mannschaften konnten sich die Brucker Teams leider nicht zum Vortag verbessern. Die Schwäche auf Sektion 2 (Vorprellen!) warf die Teams etwas zurück, so dass die Plätze 10 und 12 am Ende zu Buche standen. Es gewannen die HF Weißenburg, die wie in der Qualifikation fehlerfrei blieben. Immerhin haben beide Brucker Teams am Samstag die Qualifikation für die DM (unter 75 sec.) erreicht. Bessere Platzierungen sind erst wieder möglich, wenn ein Airedale auf Sektion 2 läuft.

Auch mit Leihhund schnell - Michi mit Ronja
Erste Saison und schon bei der BM - Steffi und Bella

Das Wettkampfbüro und die Königsbrunner Helfer arbeiteten zügig, so dass die Siegerehrung sogar einen ½ Stunde vor Plan abgehalten werden konnte.

Die Brucker können zufrieden auf diese BM zurückblicken. 4 Titel, 2 Vizemeisterschaften und Platz 4 für die Einzelstarter. Die CSC-Mannschaften schlugen sich am Samstag ganz wacker und alle bis auf Joana, die noch im VK 2 startet, haben die Qualifikation für die dhv-DM Anfang September in Wesel ( 650 km ab FFB) erreicht.

Das Sonntagsteam

Was fiel sonst noch auf: die Starterzahlen blieben etwa auf Vorjahresniveau, VK 2 sogar aufsteigend. Die Kreisgruppe 7 war wesentlich besser als 2018 vertreten. Die Organisation war ohne Fehl und Tadel, die Helfer freundlich, das Gelände trotz des SV-Platzes allerdings doch sehr beengt für eine BM. Die sehr hohen Temperaturen überstanden alle Hunde gut- nur eine HFin hatte Kreislaufprobleme. Trotzdem ist es eine Überlegung wert, ob eine Verlegung der BM in das Frühjahr nicht sinnvoll wäre.

Kate - die Bayerische Meisterin
Bilder 1,2,6,7 und 8: Katrin Schreiber